Chlorophyll

Alle Ur-Nahrung (Algen, Getreidegräser) ist reich an Chlorophyll, welches auch isoliert in Form von Nahrungsergänzungen angeboten wird.

  Heilendes Chlorophyll

Chlorophyll wird im kommenden erleuchteten Zeitalter das Hauptprotein sein. Im frisch zubereiteten Getränk enthält es synthetisierten Sonnenschein und den für die Wiederbelebung des Körpers erforderlichen elektrischen Strom, und es wird Teile des Gehirns erschließen, von denen der Mensch heute noch nichts weiß.
ANN WIGMORE

Seit Urzeiten hat man über die Frage gegrübelt: Was macht das Gras grün? Der deutsche Chemiker Richard Willstätter (1872/1942), der 1915 den Nobelpreis für Chemie erhielt, isolierte den grünen Farbstoff der Pflanzen, Chlorophyll genannt, und stellte fest, daß er aus zwei Anteilen besteht, dem blaugrünen Chlorophyll a und dem gelbgrünen Chlorophyll b (Mengenverhältnis etwa 3:1). Chemisch sind beide mit dem roten Blutfarbstoff Hämin verwandt; Baustein beider ist das Pyrrol, ebenfalls Bestandteil des roten Blutfarbstoffs. Hämin verbindet sich mit Protein (Globin) und bildet so das Hämoglobin, das in den roten Blutkörperchen vorkommt, Sauerstoff zu den Geweben befördert und die Erzeugung von Energie und Leben möglich macht.

Ein besonderer Unterschied zwischen Chlorophyll und Hämin ist der, daß Chlorophyll Magnesium enthält, wohingegen das Häminmolekül Eisen als Atomkern enthält.

Aufgrund der nahen molekularen Verwandtschaft zwischen Chlorophyll und Hämoglobin vermutete der Naturwissenschaftler, daß Chlorophyll das blutbildende Element der Natur für alle Pflanzenesser und Menschen ist. Er schreibt:

»Chlorophyll wirkt bei anämischen Tieren ebenso schnell blutbildend wie Eisen.«

Was ist eigentlich Anämie? Anämie, im Volksmund Blutarmut geheißen, ist eine Verminderung des Blutfarbstoffs und auch der roten Blutkörper. So läßt sich anhand von Anämie die Beziehung zwischen Ernährung und Hämoglobinmenge gut ergründen. Es wurden denn auch entsprechende Experimente durchgeführt, die bewiesen, daß der Tierkörper Chlorophyll in Hämoglobin umsetzt. Forscher zählen die Heilwirkung des Chlorophylls bei Proteinmangel, hyperchromer und perniziöser Anämie auf, die sich in klinischen Studien erwiesen hat. Auch bei Blutarmut infolge Pigmentanomalie und unbekannter Ursache bewirkte die intravenöse Injektion eines Chlorophyllderivats Erhöhung der Hämoglobinmenge (39/45).

Chlorophyll kann also blutbildend sein. In Fällen, wo diese Therapie versagt oder nur vorübergehend Erfolg hat, verschwindet die Anämie, wenn der Patient organische Nahrung erhält und ihm das Chlorophyll in natürlicher Form, als Grassaft, zugeführt wird.

Doch damit nicht genug. Auch bei anderen Krankheiten hat sich die Heilkraft des Chlorophylls erwiesen, so bei Sinusitis, Osteomyelitis (bakterielle Infizierung von Knochen durch hämatogene Streuung von Eitererregern), Pyorrhoe (Eiterfluß), Bauchfellentzündungen, Magengeschwür, Arteriosklerose und seelischer Depression. Im Juli 1940 brachte das amerikanische »Journal of Surgery« einen Bericht über 1.200 Fälle, bei denen man Chlorophyll als Heilmittel angewendet hatte. Natürlich warfen diese und weitere Erfolge die Frage auf, ob Chlorophyll Nebenwirkungen hat oder gar schädlich wirken könne. Kann es überhaupt ein so vielfach verwendbares Heilmittel ohne Nebenwirkungen geben? Toxizitätsstudien haben jedoch ergeben, daß Chlorophyll absolut ungiftig ist, wenn es intravenös oder intramuskulär injiziert oder oral eingenommen wird. Das gilt sowohl für Menschen als auch für Tiere. Wichtig ist allerdings ein Unterschied. Dr. J.h. Hughes und Dr. A.L. Latner stellten schon 1936 fest, daß orale Verabreichung reinen Chlorophylls in kleiner Dosis Regeneration des Blutes günstig beeinflußt, in größeren Mengen aber für das Knochenmark toxisch zu sein scheint. Diese toxische Wirkung ergibt sich bei rohem Chlorophyll nicht. (46)

Weizengrassaft ist rohes Chlorophyll, das unbesorgt oral genommen oder für Einläufe benutzt werden kann.

Bei seinen Studien über die Wirkung wasserlöslicher Chlorophyllpräparate auf Kulturen verschiedener gewöhnlicher pathogener Bakterien ist Dr. Lawrence Smith zu folgendem Ergebnis gelangt: Chlorophyll schafft eher eine für die Bakterien ungünstige Umgebung, als daß es auf die Bakterien selbst wirkt. (47)

Die Erklärung ist verhältnismäßig einfach: Wasserlösliches Chlorophyll verhindert die Tätigkeit von Bakterien und Enzymen, die Protein in einfachere Stoffe spalten. Wenn wir es uns zuführen, werden die Eiweißstoffe nicht von den fäulniserregenden Bakterien angegriffen, die gewöhnlich im Magen-Darm-Trakt der Fleischesser zu finden sind.

In einem Schreiben vom 6. Dezember 1961 an Ann Wigmore bestätigte Dr. Earp-Thomas den Befund, daß chlorophyllhaltiges Weizengras die Toxizität von Fluornatrium, das als Rattengift und zur Reinigung des Trinkwassers benutzt wird, neutralisiert:

»Da Weizengras verhältnismäßig reich an Calciumphosphat ist, wird die negativ geladene freie Fluorsäure in positiv geladenes alkalisches Calciumphosphatfluorid umgesetzt.«

Es ist klar, daß Chlorophyll unabhängig von irgendwelchen diätetischen Veränderungen bei vielen Krankheiten Heilwirkungen ausübt. Behandlung mit Medikamenten unterdrückt oft nur die Symptome, die ja im Grunde den Versuch des Körpers darstellen, sich von Giftstoffen zu befreien. In den meisten Fällen beruht die Erkrankung auf falscher Ernährung, und wenn keine dementsprechenden Maßnahmen vorgenommen werden, wird sich das Ubel früher oder später von neuem bemerkbar machen.

Der Mensch stirbt an mehr als 250 Krankheiten, wohingegen grasfressende Tiere wie Elefant, Rind und Pferd nur von fünf bis zehn Krankheiten heimgesucht werden. Die Wissenschaft vermag das bloß mit der Tatsache zu erklären, daß diese Tiere von Nahrungsmitteln leben, die Mutter Natur liefert, nicht von Fabrikwaren.

Viel wäre zu gewinnen, wenn sich die Menschen chlorophyllhaltige Nahrungsmittel, namentlich Weizengrassaft, zuführten. Auf einfachere Weise ist die Volksgesundheit kaum zu verbessern.

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